Dieser Text erschien ursprünglich auf derStandard.at.

Das Veranstaltungsgesetz macht es Clubbetreibern in der Steiermark schwer – aber nur manchen

Die Betreiber des Parkhouse in Graz, einem Lokal mitten im Stadtpark, dachten nicht, dass es so schnell gehen würde. Dass Martin Aichmayer und Andreas Huber das neue Veranstaltungsgesetz in der Steiermark noch Mühe bereiten würde, hatten sie zwar schon geahnt. Als sie dann jedoch von einem Tag auf den anderen das DJ-Line-up für den gesamten Juli absagen mussten, konnten sie es selbst kaum glauben. Aber genau so kam es letzte Woche.

Bürokratische Hindernisse

Zum Verhängnis wurde dem Parkhouse eine Genehmigung zur Beschallung der Innenräume, die mit dem neuen Gesetz notwendig wurde. Diese fehlt dem Lokal nämlich; angemeldete Konzerte vor dem Gebäude sind hingegen erlaubt. “Wir empfinden das als Schikane. In unzähligen anderen Lokalen in Graz ist die Situation gleich, bei uns wird aber plötzlich genau geschaut. Die bürokratischen Anforderungen für kleine Lokale um diese Genehmigung zu bekommen, sind für uns zu groß”, kritisiert Aichmayer. “Fragt man den Bürgermeister direkt, ob er etwas gegen Musik im Stadtpark hat, verneint er das natürlich. Dann aber passieren solche Aktionen.”

Die Politik will nicht schuld sein

Aufseiten der Politik will an der Parkhouse-Problematik keiner die Schuld tragen. Während sich die Grünen mit Stadträtin Lisa Rücker in einer Aussendung auf die Seite der Veranstalter schlagen, verweist Thomas Rajakovics aus dem Büro von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) auf FPÖ-Stadtrat Mario Eustacchio. Nagl selbst habe mit dem Veranstaltungsgesetz nichts zu tun.

Eustacchios Pressesprecher Ernst Brandl wiederum hält das Landesgesetz, das derzeit neu begutachtet wird, nicht für praktikabel und will es den Veranstaltern leichter machen, wie er gegenüber derStandard.at sagt. Er sieht aber wie auch der Betreiber des Parkhouse schwierige Zeiten für Events in Stadtparknähe kommen. Der Grund: ein neues Wohnbauprojekt.

Ein beruhigter Stadtpark als Ziel?

Beim Karmeliterplatz direkt beim Grazer Stadtpark entstehen in Kürze 70 “exklusive” Eigentumswohnungen. Das Projekt “Pfauengarten”, vermuten manche GrazerInnen, könnte der Grund dafür sein, dass die Politik den Stadtpark zu einer beruhigten Zone machen will. Neben dem Wirbel um das Parkhouse soll laut Aussendung der Grünen auch ein Verkehrsgarten vom Park in eine Halle verlegt werden. Zudem werde für die Kulturinstitution Forum Stadtpark ein gediegener Kaffeehausbetrieb angedacht.

Die Szene zeigt sich erbost

“Für solche Aktionen hat wirklich keiner in der Grazer Kulturszene Verständnis”, meint DJ Prinz Albert, der selbst auch schon im Parkhouse aufgelegt hat und einer der vielen ist, die sich dieser Tage auf Facebook über die Einschränkungen erbosen. “Plätze wie das Parkhouse braucht Graz einfach. Es ist nicht das erste Mal, dass hier gezielt kleine, eher alternative Lokale angegriffen werden”, sagt der DJ. “Wenn diese restriktive Kulturpolitik so weitergeht, ist vom Flair der Kulturhauptstadt 2003 bald wirklich nichts mehr übrig, und ich kann in DJ-Frühpension gehen, weil ich nirgends mehr auflegen darf.”

Während auf der einen Seite Großprojekte wie das Springfestival, Elevate und das Urban Art Forms Festival den Raum Graz in Sachen elektronischer Musik und Clubkultur bereichern, haben kleinere Lokale immer noch zu kämpfen.

Wie es mit dem Parkhouse weitergeht, ist derzeit unklar. Dass die aktuellen Probleme aber symptomatisch für eine verbotsorientierte Kulturpolitik in Graz seien, darin sind sich in diesem Fall Veranstalter und DJ einig. (Lisa Stadler, derStandard.at, 9.7.2013)

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  • July 25, 2013

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Der deutsche Rapper will in seinem neuen Song die Grünen-Chefin Claudia Roth erschießen. Über die umstrittene Freiheit der Kunst

Sexismus, Rassismus, Hasstiraden, das sind wir alles schon gewohnt, wenn es um gewisse Ausformungen des Rap geht. Um also flächendeckende Berichterstattung zu gewährleisten, müssen neue Dimensionen her. K.I.Z. versuchten es jüngst mit ihrem Song “Ich bin Adolf Hitler”, so richtig schockierte das aber auch niemanden.

Bushido ging das Ganze schon gefinkelter an und hatte in Sachen Aufregerproduktion mehr Erfolg: Sein neuer Track “Stress ohne Grund” wurde innerhalb von zwei Tagen auf Youtube 1,2 Millionen Mal angesehen, bevor er gesperrt wurde und die Politiker Klaus Wowereit und Serkan Tören Strafanzeige gegen ihn erstatteten. Und zwar wegen der Strophe, in der Bushido den TV-Moderator Oliver Pocher körperlich angreift, er sich wünscht, dass Serkan Tören stirbt, und die deutsche Grünen-Chefin Claudia Roth erschießt.

Ob der Stil Bushidos nun künstlerisch wertvoll ist oder nicht, darf an anderer Stelle diskutiert werden. Die Frage, an der sich die Geister scheiden, lautet nun: “Darf Bushido das überhaupt, und ist das noch Kunst?”

Bushido, der neue Schlingensief?

Dass auf einer Bühne der Tod eines aktiven Politikers geschildert wurde, regte schon im Jahr 2000 auf, als im Grazer Schauspielhaus in Schlingensiefs Inszenierung “Schnitzler’s Brain” auf der Bühne “Tötet Wolfgang Schüssel” skandiert wurde. Damals ging der Streit zugunsten des Künstlers aus, Schlingensief produzierte bis zu seinem Tod 2010 noch zahlreiche weitere Skandale und gilt heute gemeinhin als einer der wichtigsten Künstler im deutschsprachigen Raum.

Kontext is king?

Kann der zweifelhafte deutsche Gangsta-Rapper Bushido nun mit dem in der Hochkultur verorteten Wagner-Inszenierer Schlingensief gleichgesetzt werden? Hier kommt das Argument der Rezeption ins Spiel: Im Grazer Schauspielhaus versteht doch wohl jeder, dass ein Mordaufruf nicht ernst gemeint ist, die Bushido-hörende Deutschrap-Jugend sieht das sicher anders, könnte man meinen. Hier wird aber übersehen, dass gerade im Gangsta-Rap eine vor Brutalität strotzende Fantasiewelt zentral und Teil des “Spiels” ist. Das verstehen meist auch die zwölfjährigen HörerInnen, die sich womöglich am Tabubruch erfreuen und die brutale Fiktion als Ventil sehen – wie etwa das Konsumieren eines Quentin-Tarantino-Films.

Autor vs. Kunstfigur

Wenn also auf einer Theaterbühne zum Mord aufgerufen werden kann, in Computerspielen George W. Bush mit Schuhen beworfen und getötet werden kann, sollten demnach die Klage gegen Bushido keine Chance haben. Hier wird wohl die entscheidende Frage sein, ob Bushido eine Kunstfigur ist und inwiefern sie von Anis Mohamed Youssef Ferchichi (Bushidos bürgerlicher Name) zu trennen ist. Wie der Künstler im “ZiB 24″-Interview es selbst wortgewandt formuliert: Als Privatperson lehne er jede Form von Gewalt ab.

Gefahr des Missbrauchs eindämmen

Demnach könnte unter dem Deckmantel der Freiheit der Kunst jede extremistische Gruppe fröhlich ihre Ansichten in Form von Theaterstücken, Installationen, Spielfilmen, Games und Songs verbreiten. Dem entgegenzuwirken wurden Einrichtungen wie die deutsche Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ins Leben gerufen, die entscheiden sollen, was erlaubt sein soll und was nicht. Weiters wird zu klären sein, ob das Recht der Kunstfreiheit von Bushido dem Recht der Ehre der Betroffenen, in dem Fall der Klagenden, voranzustellen ist.

Wie die Bundesprüfstelle und das Gericht auf die Klage Wowereits und Törens reagieren werden, wird eine der spannendsten Entscheidungen dieser Tage sein. Diese wird sowohl die Rolle des Kontexts in der Kunst als auch die Unterscheidung zwischen E und U widerspiegeln. (Lisa Stadler, derStandard.at, 16.7.2013)

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  • July 25, 2013

Nach dem großartigen Debüt des FoodCamp letztes Jahr war die zweite Ausgabe natürlich ein Pflichttermin. Leider hatte ich nicht die Zeit, mir alle Vorträge anzuschauen, Highlights für mich waren auf jeden Fall die Session der famosen @katha_esskultur zu Zitrusfrüchten und Klaus Dürrschmid vom Department für Lebensmittelwissenschaften & -technologie über Sensorik und Kundenverhalten im Food-Bereich. Hier noch ein paar Schnappschüsse, danke und dreifacher Knicks!

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Megazitrone, nicht aus Tschernobyl. Handmodel: Thomas Weber

Zitrusflashmob

Zitrusflashmob

Zitrone. Ja. Wirklich.

Zitrone. Ja. Wirklich.

Erkenntnisgewinn

Erkenntnisgewinn

Palais Sans Souci, eine sehr sehr lässige Location

Palais Sans Souci, eine sehr sehr lässige Location

Link: FoodCamp

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  • May 25, 2013
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Sechs Jahre ist es jetzt schon her, dass ETEPETETE beim springfestival den ersten Auftritt hatte. Auch dieses Jahr haben wir die Ehre unseren Geburtstag in unserer home base mit einem eigenen Abend zu feiern. Dieses Mal in Koop mit der wunderbaren Prasselbande und mit viel Liebe organisiert von @nanepetete. Als warm-up haben wir hier eine Playlist mit ein paar aktuellen Highlights, die meisten davon gibt es live bei unserem Halli Galli zu hören:
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  • May 10, 2013
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Dieser Text erschien ursprünglich auf derStandard.at.

Die neue Kampagne des Verbands Österreichischer Zeitungen zeigt, dass die sozialen Medien nicht richtig verstanden werden

“140 Zeichen reichen nicht aus!” Das ist einer der Claims der neuen Kampagne des Verbands Österreichischer Zeitungen, mit dem die Pressearbeit und insbesondere die Pressefreiheit mehr positive Aufmerksamkeit bekommen sollen. Der Seitenhieb auf Twitter, der durch das Sujet des toten Vogels entsteht, suggeriert aber, dass soziale Medien im Kontext der Pressearbeit etwas Negatives sind. Soziale Netzwerke sind aber die Freunde und nicht die Feinde der Pressefreiheit.

Dass soziale Medien eine Demokratisierung des Informationsflusses bedeuten, ist nichts Neues. UserInnen können sinnvolle und auch sinnentleerte Informationen leichter als früher an JournalistInnen kommunizieren. Ob dieses Wissen Gewicht hat und in der Presse verwendet werden kann, liegt weiterhin im Ermessen der Medien. Diese haben lediglich den Vorteil, dass sie auf eine größere Menge an ExpertInnenenwissen zurückgreifen können als in den Zeiten des Web 1.0. Die Gatekeeper-Funktion der JournalistInnnen wird also gleichzeitig aufgewertet und durch die Communtiy kontrolliert. Dass es unsinnige Falschmeldungen und Enten zuhauf gibt, ist kein Phänomen, das auf Social Media zurückzuführen ist, sondern ein rein menschliches.

Nicht nur die LeserInnen können leichter in Kontakt mit den Medien treten – die Medien erreichen ihre LeserInnen auch leichter als zu Prä-Twitter-Zeiten. Und was das Ganze noch besser macht: Medien erreichen Menschen, die sie über klassische Kanäle überhaupt gar nicht mehr erreichen würden. Dass 14-jährige SchülerInnen auf der Facebook-Seite von derStandard.at während der Unterrichtszeit einen Innenpolitik-Artikel kommentieren, ist keine Ausnahme. Diese SchülerInnen würden aber eher selten auf die Idee kommen, derStandard.at direkt zu besuchen.

Bis zu einem gewissen Grad ist es verständlich, dass Textmenschen Probleme mit Zeichenbeschränkungen haben. Social Media die Schuld an inhaltlicher Verknappung zu geben ist aber so, als würde man einem E-Mail-Provider die Schuld dafür geben, dass es Spam-Mails gibt. Natürlich kann Twitter keine komplexen Zusammenhänge in 140 Zeichen liefern. Das wollte und konnte es aber auch nie. Dafür kann es vielen, vielen LeserInnen da draußen sagen, dass es eine Reportage überhaupt gibt, und ihnen Lust darauf machen, sie zu lesen.

Genauso wenig wie Video das Radio gekillt hat, werden Social Media die Pressefreiheit gefährden. Ganz im Gegenteil. Dank der sozialen Medien bestehen einige Medien, die vielleicht Probleme hatten, immer noch. Und erreichen mehr LeserInnen als je zuvor. (Lisa Stadler, derStandard.at, 2.5.2013)

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  • May 5, 2013
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Dieser Artikel erschien ursprünglich auf derStandard.at.

DJs genießen den Ruf, einer besonders coolen Tätigkeit nachzugehen. Doch die Realität sieht oft ganz anders aus

Der DJ, das bewunderte Wesen. Er spielt Tracks, die ihm gefallen, und das Publikum liebt ihn dafür. Mit ein wenig Übung mausert man sich recht schnell zum gefragten Act – die Belohnung sind dann riesige Gagen und ewiger Ruhm. Für eine handvoll DJs weltweit – Stichwort David Guetta, Tiesto, Armin van Buuren oder Deadmau5 – mag das so funktionieren (derStandard.at berichtete über ihre absurd hohen Gagen), für das “DJ-Fußvolk” ist das Dasein als Selektor und Entertainer aber ein viel härteres als man glauben mag.

Zwischen Hobby und Beruf

“In Österreich können geschätzt zehn Prozent der DJs vom Auflegen leben”, meint Laminat, seit rund zehn Jahren selbst DJ und Produzent in Wien. Dabei sind aber bekannte Artists wie etwa Kruder und Dorfmeister bereits ausgenommen. Weil die Gagen oft so gering sind, schlagen sich die meisten gezwungenermaßen irgendwie durch und haben einen oder mehrere Brotjobs um ihr Leben finanzieren zu können. “Um es auch international zu schaffen, muss man auch selbst Tracks produzieren, nur viel aufzulegen ist da zu wenig”, so der Wiener. Der Rest legt schon mal eine Nachtschicht ein, und das für eine Gage von circa 50 bis 250 Euro.

Die alles andere als gesundheitsförderlichen Bedingungen kennt jeder, der schon einmal um die Häuser gezogen ist: verrauchte Luft trotz Rauchverbots, Lautstärken, die so manchen HNO-Arzt erschaudern lassen, nerviges Publikum, das sich Songs wünscht, die man nicht spielen will. Dazu kommen immer wieder Veranstalter, die sich nicht an Abmachungen halten wollen.

Preisdumping durch Konkurrenz und Veranstalter

“Es ist schon ein Wahnsinn, wie manche Clubbesitzer einen über den Tisch ziehen wollen”, schildert Sophia Hoffmann, DJ, Journalistin und Köchin. Die Österreicherin lebt mittlerweile in Berlin, wo sie in Sachen Konkurrenzkampf und Gagen noch schlimmere Bedingungen herrschen als hierzulande: “DJs gibt es wie Sand am Meer, und einige sind sogar froh, wenn sie gratis spielen können, weil sie meinen, dass ihnen das etwas bringt. Man ist einfach austauschbar und sogar in Clubs, wo man öfter spielt, und man glaubt, eine Heimat gefunden zu haben, kann es sein, dass man von einen Tag auf den anderen nicht mehr gebucht wird, weil es Nachwuchs gibt, der es noch billiger macht.”

Die Veranstalter profitieren davon, dass sich die DJs untereinander die Preise zerstören. Bisweilen kommt es auch vor, dass trotz vorab fixierter Gagen dann doch nicht gezahlt wird. “Ungefähr alle zwei Jahre kommen ein paar neue Artists, die quasi gratis auflegen. Am Anfang kann das ja recht nett sein, aber nach ein paar Jahren merkt man, dass sie entweder wieder verschwinden oder bei dem Spiel nicht mehr mitmachen und auch adäquate Gagen verlangen”, bestätigt Laminat. 150 Euro für drei Stunden Spaß an der Musik klingen für Außenstehende vielleicht ganz gut, die wenigsten denken aber an das Rundherum. Wenn man Steuern, Taxigeld, Anreisezeit, die Vorbereitungszeit für einen Auftritt und die zahlreichen Stunden, die man im Club vor und nach dem Auftritt anwesend sein muss, mitzählt, schrumpft der Stundenlohn recht schnell. So ganz nebenbei soll der Künstler dann auch noch über seine Netzwerke die Veranstaltung bewerben und vielleicht noch am Flyer mitbasteln – Aufgaben, die seinerzeit ganz klar und ausschließlich beim Veranstalter lagen.

Keine Rechtssicherheit

Um also vom Auflegen leben zu können, brauchen DJs viele Bookings. Falls diese bei genug Ambitionen und Verbindungen möglich sind, stehen sie meist vor dem nächsten Problem: Zwar hat schon fast jede mittelgroße Bar regelmäßig jemanden dort, der Musik auflegt, die wenigsten schließen jedoch Verträge ab. Krankenstände werden somit etwa schnell zum Problem: “Einmal hab’ ich mich mit 38 Grad Fieber in den Club geschleppt, um dann vor circa 300 Leuten mit Schweißausbrüchen und zitternden Händen mein Set runterzuspielen. Dann gab’s 70 Euro. Der Veranstalter war an dem Abend nicht mal da. 43 Euro sind fürs Taxi draufgegangen, weil ich, krank wie ich war, natürlich hin- und retour gefahren bin. Da hab ich mich gefragt: Wozu mach’ ich das eigentlich?” schreibt uns ein Wiener Artist, der anonym bleiben möchte, per Mail.

Zu wenig Verständnis seitens Veranstaltern und Publikum

Dass DJs oft nur als Dekoration gesehen werden, die eben in eine moderne Bar gehören, merken die Acts oft auch am Zustand des technischen Equipments vor Ort. Funky P, Resident DJ für das Message Magazin, der mit seiner Crew Frisch Saftig Stylisch bevorzugt Hip Hop und Funk auflegt, muss für andere Gigs oft neben den ohnehin schon schweren Platten sein eigenes Mischpult mitnehmen: “Den Veranstaltern fehlt oft das Verständnis dafür, was wir machen. Wir kommen manchmal in Bars, wo alte Technik vor Ort ist, mit der man zum Beispiel nicht einmal scratchen kann. Also können wir dort eigentlich unseren Job gar nicht machen. Das ist schon hart.” In kleineren Locations müssen sich außerdem ein bis zwei DJs die ganze Nachtschicht aufteilen, was sehr an die Substanz gehen kann. Die Gage ist dadurch nicht größer.

Was die künstlerische Selbstverwirklichung bei DJs angeht, gibt es verschiedene Universen: Wo in größeren Clubs die meisten das Glück haben, ihr Programm selbst zu gestalten, mutiert der DJ in Bars und Restaurants oft zur menschlichen Juke-Box, die Wünsche erfüllen muss. Zum Problem wird das nur, wenn die Erwartungshaltung zwischen Publikum und DJ auseinandergehen: “Es kann schon vorkommen, dass die Leute sich Tracks wünschen, die ich nur mit schwerer Überwindung spielen kann. Gerade im Hip Hop liegen Welten zwischen Underground und Mainstream. Das kann schon sehr mühsam sein, ist aber oft Teil des Jobs”, erzählt Funky P. Wenn dann auch der Rest wie Gage oder Technik nicht passt, kann so eine Auflegenacht von der erwarteten lässigen Party zur mehr als mühsamen Arbeit werden.

Nicht nur Jammern

Dass so viele sich dennoch das DJing “antun”, liegt einfach daran, dass der DJ in den meisten Fällen für die Musik brennt und seine Lieblingstracks mit dem Publikum teilen will. “In vielen Fällen sind das ja auch positive Erlebnisse, die man an so einem Abend hat”, sagt Sophia Hoffmann, die unter ihrem Künstlernamen Tigeress DJ weiß, wie man feiert. Die Grenze zur Selbstausbeutung wird wie in vielen Kreativberufen dementsprechend häufig überschritten. (Lisa Stadler, derStandard.at, 18.4.2013)

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  • April 19, 2013

Heute durfte ich einen Abstecher auf die WU machen und einen Gastvortrag zum Thema Social Media und Start-Ups halten. Es war mir eine Ehre und ich hoffe, ich wurde auch verstanden – ich musste das erste Mal auf Englisch vortragen ;-).

Bildschirmfoto 2013-04-19 um 12.34.34Hier noch ein unterhaltsames Video, das ich auch heute als best practice Beispiel hergezeigt habe, thx to Andrew Cracknell:

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  • April 19, 2013
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Dieser Artikel erschien ursprünglich auf derStandard.at.

Der amerikanische Markt entdeckt die elektronische Musik. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Clubs und Festivals in Europa

Ricardo Urgell, Betreiber des wohl berühmtesten Clubs Europas, des Pacha in Ibiza, hat es vor einiger Zeit gereicht: Weil die DJs immer höhere Gagen verlangten, kündigte er kurzerhand seinen Programmchef und verlängerte die Verträge einiger Superstars einfach nicht mehr. Die Folge war eine Grundsatzdiskussion über die hohen Gagen mancher Größen der elektronischen Musik, zuletzt berichtete auch die “New York Times” ausführlich über die Probleme auf Ibiza.

Amerika ist “schuld”

Wie kam es überhaupt dazu, dass ein DJ wie David Guetta für einen Auftritt zuweilen 250.000 Euro Gage bekommt und Forderungen von 50.000 Euro auch von mittelbekannten Artists keinen Veranstalter mehr überraschen? “Diese Entwicklung hat hauptsächlich in den letzten zwei Jahren ihren Lauf genommen, und das liegt daran, dass Amerika jetzt elektronische Musik für sich entdeckt”, sagt Stefan Auer, seit Jahrzehnten als Veranstalter in Graz tätig und Organisator des Springfestivals.

Jahrzehntelang galt Europa als Heimat und Brennpunkt elektronischer Musik: Hier wurden DJs in Clubs gefeiert, die unbekannte Tracks auflegten, noch lange bevor das irgendjemanden in den USA interessierte. Nicht zuletzt wegen Änderungen der Rechtssituation für US-Radiosender bekamen in letzter Zeit auch in den USA vermehrt europäische und in der Folge amerikanische Elektronik-Artists Airtime. Und das Publikum sprang auf den Zug auf.

Las Vegas ist das neue Ibiza

Binnen weniger Monate entstanden in den USA nach europäischem Vorbild riesige Festivals, die die DJs abfeierten. Tiësto, einer der weltweit am besten verdienenden DJs, macht nun erstmals seit Jahren keinen Stopp mehr in Ibiza. Ihn zieht es nach Las Vegas, das als neues Ibiza gehandelt wird. “Man merkt, dass dort Entertainment noch etwas wert ist.”, sagt Christian Lakatos, Organisator des Urban Art Forms Festivals, der gerade aus Las Vegas zurückgekehrt ist. “Ticketpreise von bis zu 150 Dollar schrecken dort niemanden ab. Hier jammern alle schon bei 15 Euro Eintritt.” Das liege daran, dass dort eine andere Entertainment Kultur herrsche, wo man es gewohnt sei zum Beispiel auch für College Football Games Eintritt zu zahlen. In den USA habe die Entertainment Kultur einen anderen Stellenwert und die Leute seien es gewohnt, hohe Eintrittspreise zu zahlen, meint Lakatos weiter.

Spektakel statt Musik

Riesige Clubs nehmen in Las Vegas große DJ-Namen unter Vertrag, das Penthouse für die Artists befindet sich gleich ein paar Stockwerke über dem Club, und die Gagen sind so hoch, dass selbst hartgesottenen Brancheninsidern schwindlig wird. Künstler wie Deadmau5 entscheiden sich dementsprechend wenig überraschend dafür, mehr Gigs in den USA zu spielen. “In Las Vegas sind die DJs die neuen Varieté-Shows, wenn man so will. Das ist nur mehr Jahrmarkt, Spektakel, Zirkus, da geht es gar nicht mehr um die Musik. Liveauftritte werden für die Künstler außerdem immer wichtiger, weil immer weniger Musik gekauft wird”, bestätigt Stefan Auer.

Blase kurz vor dem Platzen

Der Maßlosigkeit, die durch Angebot und Nachfrage ermöglicht wird, sind jedoch laut Szenekennern Grenzen gesetzt. Philipp Straub, Chef der Künstleragentur Titan, der Artists wie Paul Kalkbrenner und Carl Cox nach Österreich bringt, glaubt, dass das Systems nicht mehr lange rentabel sein wird: “Eine ähnliche Situation hatten wir schon von 2000 bis circa 2003, als die Blase geplatzt ist. Jetzt steuern wir wieder darauf zu, aktuell befinden sich die Gagen sicher am Zenit.”

Solange es sich für Veranstalter und Artists rentiere, werde das Spiel noch weitergehen, meint Straub. “Aktuell sehe ich zwei Trends: Große Festivals mit dementsprechend großen Namen und hohen Ticketpreisen auf der einen Seite – und auf der anderen die florierende Clubszene im Niedrigpreissegment, die die Szene gesund hält. Große Shows mit nur einem Artist sind eher wieder am Verschwinden.”

Konkurrenzkampf in Österreich

Kurz vor Beginn der heimischen Festivalsaison machen sich die Entwicklungen auch in Österreich bemerkbar. “Wir müssen jetzt viel mehr um internationale DJs kämpfen als früher, weil viele verständlicherweise nur mehr in den USA spielen wollen”, sagt Christian Lakatos. Dennoch mache man ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr mit, sind sich Lakatos und Auer einig: “Ab einer gewissen Grenze spielt der Act dann einfach nicht bei uns.”

Von dem Konkurrenzkampf zwischen den österreichischen Festivals profitieren vor allem die Artists, meint Lakatos: “Es gibt immer wieder den Fall, dass man von jemand anderem überboten wird. Gerade in den letzten Jahren werden manchmal absurd hohe Gagen geboten, und der besagte Act spielt dann plötzlich woanders.” Das wiederum treibt für die BesucherInnen die Ticketpreise in die Höhe. (Lisa Stadler, derStandard.at, 11.4.2013)

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  • April 15, 2013

Ich hatte letzte Woche die Ehre, zwei Tage lang das Business Circle Event “Business goes Social Media Vol. IV” zu moderieren. Danach war ich gleich ein paar Tage lang krank, was vielleicht daran gelegen haben mag, dass ich etwas viel geredet habe. Und zwar, weil es ein sehr vielfältiges Podium mit spannenden Geschichten gab. Meine persönlichen Highlights: Cupcakes und wie man mit einem Shitstorm am 24.12. umgeht und Lagerhaus, weil sehr schön gezeigt wurde, wie man mit einer bodenständigen Marke auf Facebook erfolgreich sein kann. Props sowieso auch an Super-Fi, Whatchado, Austrian Airlines, OMV, A1, Erste Bank, WebMedian, Tante Fanny, Digitalwerk, Digital Affairs, CyLEDGE, Kraft & Winternitz, T-Mobile. Thx Business Circle, ich bin gespannt auf die nächste Ausgabe, Social Media wird ja nie fad.

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  • March 18, 2013