Vor Kurzem war ich zum zweiten Mal bei der APA, um dort einen ganztägigen Social-Media-Workshop zu leiten. Im Rahmen des APA Campus Programms kamen dort Leute aus unterschiedlichsten Unternehmen zusammen, um ihre Social-Media-Strategie zu erarbeiten oder zu verfeinern.

Themen waren unter anderem:

– Wie können Ziele für Social-Media aussehen? Wie sind diese messbar?

– Wer sind potenzielle Zielgruppen? Wie können Personas in der Redaktionsarbeit helfen?

– Kreative Zugänge

– Welche Kanäle sind für mein Unternehmen die passendsten? Wie kann ich mit meinen vorhandenen budgetären und personellen Ressourcen am meisten erreichen?

Falls Interesse an einem maßgeschneiderten Workshop für Ihr Unternehmen besteht, freue ich mich auf Anfragen an lisapetete@gmail.com.

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  • October 27, 2022

Seit mehr als einem Jahr bin ich Teil des Programms “Lie Detectors”. Journalist:innen und Medienmanager:innen gehen in Schulen und reden mit den Schüler:innen über Fake News. Eine unglaublich spannende Aufgabe, bei der ich vieles über unser Schulsystem sowie die Schüler:innen lernen durfte.

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Bei den rund 15 Schulbesuchen fielen mir mehrere Dinge auf:

– Es gibt unglaublich engagierte Lehrer:innen. Ich traf natürlich nur jene, die sich außerhalb des Lehrplans noch weiter Dinge überlegen und einen Mehraufwand betreiben. Das ist sehr bewundernswert und sollte mehr geschätzt werden.

– Das Wissen über Medien ist bei den Schüler:innen sehr unterschiedlich, hier prägt das Zuhause oft mehr als die Schule. Meistens gibt es in einer Klasse ein oder zwei, die sich ziemlich gut auskennen, der Rest hat oft noch nie Zeit im Bild geschaut oder bewusst Zeitung gelesen.

– TikTok und Instagram sind die Orte, wo Schüler:innen Nachrichten konsumieren. Bei der Bewertung der Quellen hapert es aber meistens.

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  • September 20, 2022

1Am 15. Oktober 2021 ging’s beim #rooftop.talk um Accountsicherheit bei sozialen Medien. Ganz konkret: Was kann ich tun, wenn mein Account gehackt oder gesperrt wird, was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und wie kann man sich präventiv vor Angriffen schützen? Mit dabei waren Kabarettistin, Schauspielerin und Autorin Nina Hartmann, die starke Nerven hat und immer noch Humor beweist, obwohl ihre Facebook-Page von vermutlich tunesischen Hackern gekapert wurde, Unternehmensberater Hannes Kirchbaumer, der guten Rat hat, wenn’s brenzlig wird, Eva Hammertinger Legal & Strategy Consulting, die schon einiges an Erfahrung mit Fällen dieser Art hat und Plattformexperte sowie Gastgeber Arthur Stadler von STADLER VÖLKEL Rechtsanwälte (Namensgleichheit ist ein Zufall, muss man ja heutzutage zur Sicherheit extra erwähnen :)). Informativ und kurzweilig war es alle mal! Nachschauen kann man das ganze hier, thx auch an domotion.at für Bild und Ton!

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  • October 20, 2021
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Was für ein Winter das war! Lockdown, draußen nur Dunkelheit und Kälte und wir wollten mit ETEPETETE schon längst unseren Podcast starten, kamen aber einfach nicht in die Gänge. Plötzlich kam Clubhouse daher. Die kurz gehypte App war die perfekte Lösung für uns, ohne technischen Aufwand eine wöchentliche Gesprächsserie zu machen. Ganze dreizehn Wochen lang hielten wir durch. Es war eine lustige Achterbahnfahrt mit teilweise hunderten Zuhörer:innen, am Schluss war eher nur ein erlesener Kreis aus ein paar Freunden noch dabei. Clubhouse ging so schnell wie es kam.

Was ich persönlich eigentlich schade finde. Wir konnten dort live das Publikum mit einbeziehen, spielten einander Songs vor, kreierten ein wenig Geselligkeit im erzwungenen Rückzug vor dem Virus. Jeder einzelne Gast war ein Highlight, jede Session für sich ganz speziell. Geblieben sind tolle Eindrücke und die Erkenntnis: Es kann nie genug Backstage-Gespräche geben. Mit Blödeleien, angeduselten deep thoughts zu später Stunde, Kulturtipps und Anekdoten.

Das waren unsere Gäste:

Patricia Aulitzky: Die Schauspielerin thematisierte Ageism in der Filmbranche.
Functionist: Der DJ und Radiohost fühlte sich im Lockdown wie “der letzte DJ”.
Johanna Stögmüller: Die Social Media Managerin für Alexander Van der Bellen gab Einblicke in den Alltag mit dem Präsidenten, und der schickte uns sogar eine Audio-Message mit Musikwunsch!
Sepp Schellhorn und Hennes Weiss: Wir redeten mit den Tausendsassas Sepp Schellhorn & Hennes “Praterstrasse” Weiss darüber, was es heißt, Slashie zu sein. 
Theresa Lachner und Mari Lang: Den Frauentag feierten wir mit Lvstprinzip-Macherin & Sexologin Theresa Lachner & Frauenfragen-Podcasterin & Moderatorin Mari Lang & redeten über ihre emanzipatorische Message & welche Musik sie gerade so hören.
Thomas Weber: Ihn fragten wir, was beim Weltretten so läuft und sprachen mit dem „Biorama“-Herausgeber darüber, wie es ist, ein Huhn zu schlachten, Kinderbücher über Biodiversität zu schreiben oder bei der Jagdschein-Prüfung durchzufallen.
Sandra Schuppach: Es ging um ihre Agentur, warum Möpse die besten Hunde sind und Walzer nicht in Frage kommt. 
Stefan Ruzowitzky: Der Filmemacher und Oscarpreisträger sprach über Castings, Justin Timberlake, Sonntagsbraten und die Tugend, auch mal die Goschn zu halten.
Rebecca Vogels: Die Buchautorin von “Erzähl dein Leben neu” gab uns Einblicke in die Arbeit im Silicon Valley, ihren Wuschelhund & Bilderbuch.
Christian Dolezal: Der Schauspieler und Musik-Aficionado sprach über seine neuen Projekte im Rabenhof, wie es ist, bei „Dancing Stars“ Letzter zu werden und seine Liebe zu The Cure.
Sebastian Huber: Der Dramaturg am Burgtheater erzählte über Dramen, Fußgängerei und Gil Scott-Heron.
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  • May 14, 2021

Die historische Sperre von Trump auf sozialen Netzwerken wird uns noch länger beschäftigen.

Donald Trumps Smartphone ist auch nicht mehr das, was es mal war. Vor wenigen Tagen noch konnte der Gerade-noch-Präsident mit nur einem Klick auf “Send” hunderte Millionen UserInnen in sozialen Netzwerken erreichen, und das quasi ungefiltert. Twitter hatte zwar schon begonnen, einzelne Tweets als “umstrittene” Inhalte zu kennzeichnen oder zu entfernen, der Sturm aufs Kapitol hat dann endgültig zum Umdenken geführt. Seine Accounts wurden nun also ganz gesperrt. Der Grund? Die Plattformen geben unisono an, dass Gewaltverherrlichung gegen ihre Nutzungsbestimmungen verstößt, hier als Beispiel das offizielle Statement von Twitter. Nach rund 56.000 Tweets und zigtausenden anderen Posts ist Sense. In diesem Text konzentriere ich mich inhaltlich auf Twitter, weil es für Trump das größte Sprachrohr war und beim Sperren Vorreiter war, bevor andere Plattformen nachzogen. Insgesamt sind die Aktionen aber viel weitreichender.

Deplatforming, wie das selektive Sperren von Social-Media-Auftritten auch genannt wird, ist an sich nichts Neues. In Österreich etwa wurden bereits Accounts der Identitären deaktiviert. Donald Trump ist aber ein anderes Kaliber und deshalb gehen die Wogen besonders hoch.

Aus meiner Sicht drängen sich zwei große Fragen auf:

1) Warum jetzt? 

Es fragen sich viele, warum Trump erst jetzt gesperrt wurde und nicht etwa schon vor Jahren. Genau das ist eine gute Frage: Denn Trump ist ja nicht binnen weniger Tage zum Aufrührer mutiert. “That escalated steadily over four years” postete Ed Stern und bekam dafür über eine Million Likes. Zugegeben, als er 2009 zu twittern begann, nutzte Trump die Plattform hauptsächlich, um sein Buch oder Fernsehauftritte zu bewerben, sehr bald jedoch gesellten sich Verschwörungstheorien und Beschimpfungen dazu.

Lange Jahre war Trump eines der größten “Testimonials” für Twitter und der Kurznachrichtendienst profitierte mit tagtäglicher Medienpräsenz, die sicherlich auch zahlreiche NutzerInnen anzog. PolitikjournalistInnen konnten es sich kaum erlauben, Trumps Tweets nicht zu verfolgen – zu groß die Gefahr, den nächsten Coup zu verpassen. Trumps polarisierende Posts waren wie gemacht für die Algorithmen der Plattformen. Seine regelmäßigen “Ausrutscher”, also Verstöße gegen die Plattformrichtlinien, wurden lange hingenommen, immerhin handelte es sich ja um den Präsidenten. Jeder andere User wäre schon längst gesperrt worden, und das obwohl die Meinungsfreiheit in den USA kulturell besonders groß geschrieben wird.

Aber wann ist genug? Offensichtlich erst, wenn ein Sturm aufs Kapitol stattfindet und weitere Statements von Trump die öffentliche Sicherheit gefährden können.

Dass Trump nun sein Online-Publikum entzogen wird, ist eine drastische Maßnahme, mit der sich die Plattformen sicher auch ihr ramponiertes Image aufpolieren wollen. An Trump wird ein Exempel statuiert: Schaut her, wir sperren sogar den Präsidenten, wenn er gegen unsere Richtlinien verstößt. Diese Aktion kann jedoch wohl kaum jahrelanges Wegschauen und Nichtstun wieder gutmachen. Und ihn erst jetzt zu sperren ist ein bequemer Weg, als Plattform möglichst wenig Schaden zu nehmen, da man ja jahrelang performancemäßig von Trump profitiert hat.

Bemerkenswert an der Sperre von Trump ist auf jeden Fall der “improvisationshafte Charakter”, wie es Kevin Roose in der New York Times sehr schön beschreibt. Gerne wäre ich dieser Tage eine Fliege in den Twitter-Meetings gewesen, denn es wurden binnen Tagen Entscheidungen getroffen, die es in dieser Größenordnung noch nie gegeben hat. Ich vermute, dass in den nächsten Monaten und Jahren herauskommen wird, dass hier Bauchgefühl auch Willkür große Rollen gespielt haben. Twitter ist sich selbst über den Kopf gewachsen. Die Verbannung Trumps soll die zurückgewonnene Kontrolle signalisieren. In Wirklichkeit zeigt sie aber auch Hilflosigkeit, ein wenig wie bei überforderten LehrerInnen, die unflätige Kinder aus der Klasse schicken. Aus den Augen, aus dem Sinn.

2) Bringt das Ganze was?

Eine der größten Fragen rund um die Sperre ist, ob sie zielführend ist. Längst gibt es speziell für Rechtsextreme mehrere Ausweichplattformen wie Gab oder Parler. Diese sind zwar nicht so groß wie Twitter, Facebook oder Instagram, dafür exklusiver und auch für die Exekutive schwerer zugänglich. Und sogar Parler geht es jetzt an den Kragen. Kleineren extremistischen Stimmen kann so wohl tatsächlich Einflussnahme genommen werden, bei Trump ist das allerdings diskussionswürdig, wie mein Kollege Andreas Proschofsky hier ausgeführt hat. Im Detail wissen wir das noch nicht so genau. Die Auswirkungen von großflächigen Deplatforming-Aktionen werden in den nächsten Monaten und Jahren sicherlich eine der interessantesten Social-Media-Themen sein.

Vergessen sollten wir alle aber auch nicht, dass bei der ganzen Diskussion über die “Übermacht” der sozialen Netzwerke, die in gewissen Bereichen sicherlich ein Riesen-Problem darstellt, immer noch die größte Mehrheit der BürgerInnen gar nicht auf Twitter aktiv ist. Nicht in den USA, und schon gar nicht in Österreich. Die Summe der Auftritte in sozialen Netzwerken und das Wirken von Einzelnen “Influencern” in die Offline-Welt ist aber sicher eine Zutat für möglichen Extremismus. Es ist also kompliziert und Deplatforming allein wird nicht die Lösung sein. In diesem Sinne: Covfefe.

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  • January 11, 2021
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Nach der Diskussion mit Sigi Maurer ging unser medienrechtliches Diskussionformat in die nächste Runde.

Das Gesetzespaket zu Hass im Netz hat vor kurzem den Bundesrat passiert, noch am gleichen Tag kam Kritik von der EU-Kommission, die Teile davon für nicht EU-rechtskonform hält. Was kommt da auf die UserInnen und die Plattformen zu? Die Diskussion mit Bundesministerin Karoline Edtstadler zum Nachschauen gibt es hier.

Stadler Völkel

Foto: Stadler Völkel Rechtsanwälte

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  • January 5, 2021

DER STANDARD startet gemeinsam mit Stadler Völkel Rechtsanwälte (nicht verwandt ;-)) und Eva Hammertinger Legal & Strategy Consulting die Talk-Reihe #rooftop.talk. Rund 1 x im Monat werden wir aktuelle (Medien)rechtliche Themen diskutieren, ich werde immer moderieren. Den Anfang macht der höchst interessante Fall Sigi Maurer.

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Den Link zur Vorankündigung, wo man im Forum Fragen posten kann, gibt es hier. In diesem Artikel wird auch das Live-Video eingebettet sein.

Eckpunkte: 16. September 2020, 17:30 Uhr Live-Videodiskussion zu “Hass im Netz – der Anlassfall Sigi Maurer”

Es diskutieren:

  • Sigrid Maurer, Abgeordnete zum Nationalrat, Klubobfrau der Grünen
  • Eva Hammertinger, Medienanwältin
  • Arthur Stadler, Rechtsanwalt und Gründungspartner von Stadler Völkel Rechtsanwälte
  • Lisa Stadler, Social-Media-Managerin DER STANDARD
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  • September 14, 2020
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“Wie werden soziale Medien die parlamentarische Demokratie begleiten und herausfordern?” Mit dieser Frage lud Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka zur Podiumsdiskussion im Rahmen der Gedenkveranstaltung zum Ende der parlamentarischen Demokratie 1933. Zuvor hielt Magdalena Pöschl einen Vortrag zur Rolle der sozialen Medien in der Demokratie.

Gedenkveranstaltung zum Ende der parlamentarischen Demokratie 1933

(Foto: Eröffnungsrede von Wolfgang Sobotka, Fotograf: Topf, parlament.gv.at)

Hier ein Auszug aus der Parlamentskorrespondenz vom 4.3.2020:

“Pöschl: Demokratie braucht einen öffentlichen Raum

Magdalena Pöschl, Professorin am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Wien, verwies in ihrer Keynote “Soziale Medien in der Demokratie: Gift oder Arznei?” auf die Bedeutung sozialer Medien im politischen Kontext. Demokratie brauche abseits von Wahlzellen und Parlamenten auch einen öffentlichen Raum, wie etwa Marktplätze, die integrativ wirken und die Lebenswelten der Menschen verbinden. Die Digitalisierung löste durch die unbegrenzte Information und durch offene Räume eine Euphorie aus. Aber es fehlen die Regeln. So würden sich auch Falsch- und Hassnachrichten auf privaten Plattformen tummeln, die selbst entscheiden, was gelöscht wird und was nicht. Auch durch Echokammern werde der Diskurs geschwächt. Für Pöschl gibt es aber auch positive Seiten digitaler Kommunikation, wie das Beispiel von “Fridays for Future” gezeigt hat. Sie kommt daher zum Schluss: “Von Hass gereinigt, können soziale Medien die Demokratie auch stärken.”

Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter der Moderation von ORF-Journalistin Nadja Mader ging es unter anderem um die Frage, ob die Pflicht zu Klarnamen in Diskussionsforen etwas bewirken könnte. Lisa Stadler, Social-Media-Managerin und seit acht Jahren bei der Standard.at, bezweifelt das stark, vermutlich würde es nur vorübergehend zu einer Verbesserung der Diskussionskultur kommen. Ein wesentlicher Punkt ist für sie die Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen, hier sieht sie zum Teil noch beträchtliche Defizite.

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(Foto: Screenshot)

Auch Richard Schmitt, Chefredakteur von oe24.at und oe24-TV, hält es für wesentlich, jungen Menschen beizubringen, wie man Fakes, Manipulationen und Echokammern erkennen kann. Er staune immer wieder über das Argument, “das ist auf Facebook gestanden”. Zudem sieht er die Politik in der Verantwortung, was Selbstkontrolle betrifft: Auf den Plattformen seien auch viele von den Parteien beauftragte “Cheerleader” unterwegs, um als Meinungsmacher “einzuheizen”. Unverständlich ist für Schmitt auch, dass für Plattform-Betreiber, anders als für Medienhäuser, keine Regeln gelten.

Gerald Heidegger, Leiter der Redaktion von ORF.at, warb für einen gemeinsamen “Player” für Inhalte heimischer Medien als Gegengewicht zu den internationalen Internetgiganten. Das müsse kein Plattform, sondern könne auch ein Modul sein, über das man verschiedene Informationsangebote, z.B. zum Coronavirus, erreichen könne. Dazu brauche es ein neues ORF- und Mediengesetz.”

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(Foto: Screenshot)

Link: Die Diskussion zum Nachschauen in der Mediathek.

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  • March 6, 2020
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Schon vor ETEPETETE hatten wir Freude am gemeinsamen Tun. Deshalb hoben wir vor 19 Jahren die Hände, als es von der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus die Einladung gab, an einem außerschulischen Forschungsprojekt mitzuwirken. Das Projekt „Der Koffer der Adele Kurzweil“ wurde zu einem Buch und zu einer Ausstellung, durch die wir selbst führten. Erinnerungen, Freundschaften und die Gewissheit, dass wir gestalten, bewirken und verändern können: Das haben wir gelernt.

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Vorige Woche war es uns eine große Freude, musikalisch dabei mitzuwirken, wie Schülerinnen und Schüler aus 17 Schulen dafür geehrt wurden, dass sie am Projekt „Schule ohne Rassismus“ teilnahmen. Danke liebe ARGE, eure Arbeit ist so wichtig. Und danke auch, dass ihr uns zu Botschafterinnen für Menschenrechte und Demokratie ausgezeichnet habt. (Fotos: Nicholas Martin)

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  • June 29, 2019
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Nun ist es also doch soweit: Seit wir beim STANDARD 2014 begonnen haben, mit den UserInnen per WhatsApp in Kontakt zu treten, war klar, dass WhatsApp die Newsletter-Funktion jederzeit beenden kann. Ein paar Jährchen später, nachdem wir mit viel Liebe zum Detail zigtausende UserInnen versammelt hatten, wurde ein Enddatum für den erlaubten Massenversand per WhatsApp bekanntgegeben: der siebente Dezember 2019.

Was kommt?

Zusätzlich zur „Newsletter“ Funktion (mit Ablaufdatum) gibt es bereits parallel die WhatsApp Business API. KundInnen können mit Unternehmen aktiv in Kontakt treten, dann hat man als Firma ein 24-Stunden-Fenster zur Verfügung, das es einem erlaubt, Messages zu schicken. Kern der Änderung: Von Push zu Pull.

Der Hintergedanke dabei ist aus der Sicht von WhatsApp nachvollziehbar: Spam-Versand ist nicht mehr möglich, sondern der Fokus liegt auf qualitativer One-to-one-Kommunikation.

Was sind nun die Konsequenzen für Medienunternehmen?

Kurz gesagt: Grund zur Freude besteht wirklich keiner. Obwohl im Marketingsprech von WhatsApp behauptet wird, nun auf „Klasse statt Masse“ zu setzen, werden wir in Zukunft einfach viel schwieriger per WhatsApp UserInnen erreichen können. Es wurde meiner Ansicht nach der Vorteil der Newsletter-Funktion für UserInnen von Nachrichtenmedien wirklich vernachlässigt. Es handelt sich dabei ja nicht um irgendeinen Gewinnspiel-Spam vom Supermarkt nebenan oder so, sondern um Nachrichten, die die UserInnen wirklich wollen. Medien waren damit glücklich, die UserInnen waren damit glücklich, Drittanbieter wie MessengerPeople waren damit glücklich, nur WhatsApp selbst eben nicht.

Reichweitenverluste

Da UserInnen selbst Infos anfordern müssen und sich vermutlich auch neu anmelden müssen, ist von massiven Verlusten an Reichweite auszugehen. Kaum jemand denkt von selbst daran, sich per WhatsApp die News zu holen. Sie waren einfach da, dann konnte man bei Interesse reinlesen oder auch nicht. Und wenn die Nachrichten nicht mehr von selbst kommen, dann sind sie eben weg.

Wer zahlt, schafft an

Die heiß begehrte Ware bei WhatsApp sind also die Push-Notifications. Diese wird es weiterhin geben, aber nur in abgespeckter Form. KundInnen müssen WhatsApp Vorlagen zur Freigabe schicken und danach wird man pro Versand ordentlich zur Kasse gebeten. Für Airlines, Mobilfunker, Banken oder andere Dienstleister eine durchaus gute Lösung. Für Medien, die individuell News verschicken wollen, nicht. Ganz abgesehen von meist geringen Budgets für solche Aktionen.

Alternativen vorhanden, aber eher mau

Wer Menschen unter 30 ansprechen will, dem bieten sich nur äußerst unattraktive Alternativen: Newsletter (haha), SMS (haha), eigene App mit Push-Notifications (bruhaha), Facebook Messenger (haha), Telegram (haha), alle anderen Social Networks (haha), Kommunikation per Pull über die WhatsApp Business API (mal sehen, aber ich sag mal: haha). Wer Menschen über 30 ansprechen will, wird wohl ein paar UserInnen in andere Kanäle rüberretten können.

Next steps

Aber Jammern hilft nix. Denn: Wer sich auf das Spiel mit den Plattformen einlässt, muss sich bis zu einem gewissen Grad eben auch mit deren Macht und Willkür abfinden. Der Job als Social Media Manager besteht ja im Grunde auch zu einem großen Teil daraus, sich Gedanken zu machen, wie man mit den Regeln der Plattformen umgeht. Und nun ist eben wieder so ein Fall gekommen. Die nächsten Monate werden sich alle Medienunternehmen, die noch die  WhatsApp-Newsletter-Funktion nutzen, die gleichen Fragen stellen. Seien wir gespannt auf die Lösungen.

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  • June 15, 2019
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